Bitte warten!

Haben Sie sich in letzter Zeit auch über die Schrankenanlagen in Fischamend geärgert? Die sind mitunter minutenlang geschlossen, ohne dass ein Zug in unmittelbarer Reichweite war. Anscheinend wurden vergangenen Herbst die Intervalle verlängert.

Eine Anfrage an die ÖBB ergab folgende Antwort:

„Die Rechtslage in Österreich sieht vor, dass die Art der Sicherung von schienengleichen Eisenbahnübergängen nicht ein Eisenbahnverkehrsunternehmen selbst festlegt, sondern die jeweilige Eisenbahnbehörde. Abhängig von der Strecke ist es als oberste Eisenbahnbehörde das BMIMI (Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur) oder die Eisenbahnbehörde in der jeweiligen Landesregierung bzw. im Zuge von Anschlussbahnen die Bezirksverwaltungsbehörde.

Für die Sicherung jedes einzelnen Eisenbahnüberganges gibt es daher einen Behördenbescheid, den die ÖBB als Eisenbahnverkehrsunternehmen penibel einhalten. Die Zuständigkeit zu prüfen, ob die Sicherung eines Eisenbahnüberganges ausreichend ist oder nicht, obliegt ebenfalls der jeweils zuständigen Eisenbahnbehörde.

Es steht jedem frei, bei bestehendem Zweifel die Überprüfung der Sicherung eines Eisenbahnüberganges bei der zuständigen Eisenbahnbehörde zu beantragen.

Unterschiedliche Annäherungszeiten ergeben sich aus den verschiedenen Geschwindigkeiten der Züge – Ein Schnellzug fährt mit ca. 160km/h und erreicht den Schranken daher früher, als ein haltender Pendlerzug, welcher im Einfahrweichenbereich mit 60km/h die Weiche passiert, und dann bis zum Erreichen des Schrankens um Einiges länger braucht, als ein Schnellzug.

Wir sind sogar verpflichtet die Schranken bei Zügen vorher zu schließen, auch wenn diese vor dem Schranken am Bahnsteig halten. Gesetzliche Schutzwegregelung!

Darüber hinaus müssen Signale für Züge so rechtzeitig freigestellt werden, dass die Züge bei Annäherung keine Halt zeigenden Signale antreffen. Dazu müssen die betroffenen Eisenbahnkreuzungen geschlossen sein.

Wir sind verpflichtet diese Vorgangsweise einzuhalten.“

Wir müssen das wohl so hinnehmen. Warum die (kürzeren) Intervalle von geschlossenen Schranken bis vor kurzem der Gesetzeslage entsprochen haben, fragen wir uns aber trotzdem.

Vielleicht könnte die Stadtgemeinde direkt beim BMIMI was erreichen? Einen Versuch wäre es wert. Denn die derzeitige Situation führt zu endlos langen Staus vor dem Schranken im Stadtgebiet und dadurch zu gefährlichen Situationen, wenn man als Fußgänger die Straße queren will.

Mülltrennung 2026?

Kommentar von Richard Schuh

„Wieder einmal übernimmt die Stadtgemeinde Fischamend eine Vorreiterrolle: So wurden auf den beiden Friedhöfen in den Stadtteilen Dorf und Markt Abfallbehälter zur Mülltrennung aufgestellt.“ (Fischamender Stadtbote, Dezember 2025)

WOW! Super gemacht.

Solch eine innovative Idee.

Da werden die anderen Gemeinden aber schön schauen.

Da wird es einige Arbeitsgruppen gebraucht haben.

Und jetzt Schluss mit dem Sarkasmus!

Echt jetzt? Die Stadtgemeinde Fischamend ist wirklich stolz darauf, Mülltrennung im Jahr 2026 zu betreiben, und tituliert sich selbst als Vorreiter?

Falls diese Vorgehensweise vielleicht doch so innovativ ist, wie es die Alleinregierung sieht, bitte ich um folgendes:

Führt diese Wahnsinns-Maßnahme doch auch bei der Sporthalle in der Springholzgasse durch. Die Nachbargemeinden werden neidisch sein.

Weil warum: Montag Früh türmen sich dort die Müllsäcke (siehe Foto), die eher nicht geschlichtet aussehen… Danke.

P.S.: Da geht sich dann auch wieder eine Jubelmeldung im Stadtboten aus.

Sicherer Schulweg?

Anfang September 2025 hat die Direktorin der Volksschule Irene Stregl ein Rundschreiben an alle Eltern herausgegeben. In diesem bittet sie eindringlich, dass „die Sicherheit der Kinder höchste Priorität hat.“ Sie bittet die Eltern, nicht gegenüber der Schule zu parken, nur gekennzeichnete Parkplätze zu benutzen und das Parken auf der Rampe zu unterlassen. Die Direktorin warnt außerdem davor, Kinder nicht zwischen parkenden Autos die Straße überqueren zu lassen.

Alle Eltern, die ihre Sprösslinge zur Schule bringen, kennen die gefährlichen Szenen, die sich unter der Woche vor der Schule zwischen 7:30 und 8:00 Uhr abspielen. Schuld daran sind zahlreiche rücksichtlose Autofahrer, die die StVO nicht ernst nehmen und ihre Fahrzeuge einfach auf der Straße stehen lassen, mit laufendem Motor, versteht sich. Manche parken auf dem Gehsteig, andere rasen, nachdem sie ihre Kinder aussteigen haben lassen, durch die Springholzgasse. Es ist leider nicht mehr die Frage, ob etwas passiert, sondern wann etwas passiert…

Dank des Schreibens von Direktorin Irene Stregl hat sich in den ersten zwei Wochen der Schule wirklich das Verkehrschaos etwas beruhigt! Aber eben nur für zwei Wochen.

Nachdem leider kein einziger Polizist in dieser Zeit, wie im Schreiben angekündigt, gesichtet wurde und sich die Verkehrsrowdys wieder „sicher“ fühlten, begann das ganze undurchsichtige Gewurl wieder von vorne. Schade, denn das wäre eine Chance gewesen, die Sicherheit unserer Kinder wirklich zu gewährleisten. Diese wurde vertan.

Bei der Gemeinderatssitzung am 27.5.2025 hat der wilde Mandatar Michael Burger (ehemals Ram) einen Dringlichkeitsantrag gestellt, in dem er ein Fahrverbot während des Schulbeginns gefordert hat. Die Dringlichkeit wurde von der Mehrheit aus Liste Ram und FPÖ abgelehnt. Genau diese Problematik, nämlich die Gefahr für die Kinder auf ihrem unmittelbaren Schulweg, hatten wir übrigens schon seit Jahren immer wieder im Scheinwerfer publiziert.

Der Grund für die Ablehnung? Natürlich österreichlike: Schauen wir uns das an und befragen die Eltern. Dann folgt wahrscheinlich eine Arbeitsgruppe, die einen Fragebogen ausarbeitet, gefolgt von einer Arbeitsgruppe, die die Richtigkeit der Fragen untersucht, gefolgt von einer Arbeitsgruppe, die die Rechtschreibung kontrolliert, gefolgt von einer Arbeitsgruppe, die …

Uns reicht es. Den besorgten Eltern übrigens auch, falls sich die Akteure der Alleinregierung mal umhören würden… Jahr für Jahr ein Foto vom Schulstart zu posten, vor einem Banner mit „Achtung Kinder“, ist ZU WENIG! Das bringt vielleicht Publicity, den Kindern in unserer „Kinderstadt“ aber herzlich wenig.

Bitte arbeitet einmal im Sinne unserer Kleinsten und verfügt ein Fahrverbot in der Springholzgasse vor der Volksschule zwischen 7:15 und 8:00 Uhr. Mehr wollen wir gar nicht.

Falls das von der Alleinregierung zu viel verlangt ist, bitten wir alternativ die Polizei Fischamend darum, eine Woche lang den Verkehr vor Schulbeginn zu begutachten.

Ein Grund zum Feiern und zum Nachdenken

Vor 80 Jahren wurde der Nazifaschismus besiegt und Österreich befreit. Zehn Jahre später wurde die „Zweite Republik“ ausgerufen und die „Immerwährende Neutralität“ beschlossen. Anlässlich dieser drei wichtigen Ereignisse legte eine Abordnung der Liste Schuh einen Kranz vor dem „Mahnmal gegen Faschismus, Extremismus, Gewalt, Terror und Krieg“ nieder.

Wir gedachten dabei auch der vielen Menschen, die wegen ihres Widerstands gegen den Hitlerfaschismus in Gefangenschaft gerieten oder in ein KZ deportiert wurden, wo viele davon zu Tode kamen.

Auch in Fischamend gab es Widerstandskämpfer, die gegen die Nazis aktiv waren. So kann man im Buch „Widerstand und Verfolgung in Niederösterreich 1934-1945“ lesen, dass gegen folgende Fischamender mit Hinweisen auf ihre Tätigkeit ermittelt wurde: Gallene (berüchtigter Führer der KPÖ Fischamend); Schimon Anton (Führer der KPÖ Fischamend); Hauschka Josef (Führer der KPÖ), Scheidl Franz (einer der größten Hetzer gegen die NSDAP); Najemnik Franz (großer Hetzer gegen die NSDAP); Diwoki Hans (großer Hetzer gegen die NSDAP).

Wegen der Verbreitung kommunistischer Propagandaschriften wurden am 4.11.1943:

Anton Schimon zu 6 Jahren, Franz Kopras zu 4 Jahren, Josef Schwieger zu 4 Jahren, Karl Linsmayr zu 3 Jahren Haft verurteilt.

Der Widerstand vieler österreichischer Patrioten gegen das Naziregime war nicht umsonst. Er trug wesentlich dazu bei, dass der Hitlerfaschismus 1945 besiegt werden und Österreich 10 Jahre später die zweite Republik ausrufen konnte und sich zur immerwährenden Neutralität bekannte.

Beim Lesen der Inschrift auf dem Mahnmal wird man nachdenklich, denn 80 Jahre nach Kriegsende wird in der öffentlichen Berichterstattung wieder über Waffen, Waffenproduktion, Hochrüsten sowie Verteidigungsbereitschaft diskutiert. Ja sogar, dass Österreich bereit sein muss, sich zu verteidigen, so, als stünde der Feind bereits vor der Tür anstatt für Frieden, Solidarität und Völkerverständigung einzutreten.

„WEHRET DEN ANFÄNGEN“ steht in der letzten Zeile des Mahnmals, diese Worte sollte sich jeder zu Herzen nehmen.