Wir trauern um Erwin Schuh

Erwin Schuh

9. Jänner 1958 bis 18. Oktober 2024

Nachruf an Erwin Schuh

Erwin wuchs wohlbehütet als Sohn von Elisabeth und Karl Schuh in der Fischamender Arbeitergasse auf. Sein um 7 Jahre älterer Bruder Roland Schuh war stets sein großes Vorbild.

Erwin durchlebte eine sorgenfreie Kindheit in der damals noch idyllischen Natur. Donauarm, Lange Lacke, Kleine Au und nicht zu vergessen das zerbombte Flugzeugwerk boten sich als perfekte Abenteuerspielplätze an. Er genoss eine freie Kindheit und Jugend in den Auen, beim Wildfischen und Wildbaden in damals noch vollen Gewässern. Es war Freiheit pur.

Erwin hat sich seinen Weg selber gebahnt. Als leidenschaftlicher Hobbyfotograf hat er schon früh für lokale Zeitschriften wie die Rundschau fotografiert. Mitten in seinem Schlafzimmer hatte er sich eine Dunkelkammer eingerichtet. So hatte er auch die Fotos von der damaligen Hainburger Aubesetzung 1984 entwickelt. Motiviert von seinem Fotofreund Franz Hausner und von seinen Freund*innen, hat Erwin dann den Schritt gewagt und begann als Pressefotograf zu arbeiten. Apa-Fotopreise folgten. Basis dabei war immer seine Sensibilität, das Auge und das Herz für Unsichtbares. Niemals jemand mit Vorurteilen betrachten, auch wenn sie noch so offensichtlich waren.

Anfang der 70er Jahre war Erwin an der späteren Gründung des Stand up Clubs beteiligt, wo er bis zu seinem Ableben am Clubleben mitarbeitete. Mit vielen anderen Gleichaltrigen sorgte er in dem ländlich bedingt doch biederen Fischamend für einen regelrechten Aufschrei in der Bevölkerung. Hippies, Langhaarige und linke Anarchos waren Attribute, die das damalige Club-Kollektiv eher gestärkt hatten und schließlich 1975 zur Gründung des Stand Up Club Fischamend geführt haben.

Anfangs Mitglied der Kommunistischen Jugend und später in der KPÖ, hat er sich immer für eine bessere Welt eingesetzt. Zeit seines Lebens hat Erwin immer das „Ganze“ gesehen, niemals nur einen Bruchteil. Erwins Einstellung zum Leben, zur Politik, zum Alltag war Weltoffenheit und stets sich über Neuigkeiten in der Welt zu informieren.

In der Liste Schuh war Erwin besonders für sein Engagement in Umweltfragen geschätzt. Die Luftqualität, das Kleinstadt-Flair, also Fischamend als Lebensraum, waren wichtige Themen, wo er sich immer mit Nachdruck eingebracht hat.

Erwins Tod reißt eine schwer zu schließende Lücke in unsere Reihen. Er wird immer in unserem Gedächtnis bleiben und er lebt weiter. In seinen Taten als Genosse und Kämpfer für Gerechtigkeit, Ökologie, soziale und menschliche Verhältnisse. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Erwin – Freund und Genosse, wir vermissen dich.