Fernwärme – Gemeindeveranstaltung und nicht Wahlkampfauftakt, meine Herren!

Renate Strauss

Es ist geschafft! Nachdem die Liste Schuh gemeinsam mit der Bürgerliste schon vor Jahrzehnten die Errichtung eines Fernwärmeheizwerkes gefordert hat, im Rahmen der Erstellung des Energiekonzeptes alle Fraktionen verschiedene Fernwärmeheizwerke in den Nachbargemeinden besucht haben und schlussendlich die EVN einstimmig im Gemeinderat als Betreiber ausgewählt wurde, fand am 26.September 2014 die feierliche Eröffnung statt.

Dort haben wir dann in der Festansprache des Herrn Vize-Bürgermeister kein Lob für alle Fraktionen für die konstruktive Zusammenarbeit gehört, sondern erstaunlicherweise nur Lob für „Wir von Fischamend Zuerst“. Nicht nur, dass der Vize-Bürgermeister eine Gemeindeveranstaltung offensichtlich mit einer Fischamend Zuerst-Wahlkampfveranstaltung verwechselt hat, so stand er mit dieser Rede im krassen Widerspruch zu seinem Chef, dem Bürgermeister. Ist es nicht der Bürgermeister, der immer wieder betont, wie wichtig die gemeinsame Arbeit zum Wohle von Fischamend über alle Fraktionsgrenzen hinweg ist? Und dass alle Fraktionen ihre Ideen einbringen sollen, die dann gemeinsam umgesetzt werden? Wenn dann ein solches Projekt, wie z.B. das Fernwärmeheizwerk, eröffnet wird, dann ist es aber schon wieder mit dem guten Vorsatz vorbei. Dann heißt es nur noch „Wir von Fischamend Zuerst“.

So geht es aber nicht, meine Herren! Gemeinsam arbeiten bedeutet nicht, Ideen von anderen Fraktionen zu übernehmen, diese anschließend gemeinsam auszuarbeiten und dann abgehoben zu verkünden, dass die anderen nur groß fordern, aber nichts umsetzen. Es stellt sich schon die Frage, wer, wenn nicht die Fraktion mit der absoluten Mehrheit, im Gemeinderat ein Projekt formal umsetzen soll. Es hängt nun einmal vom Abstimmungsverhalten der Fraktion mit absoluter Mehrheit ab, ob ein Projekt kommt oder nicht.

Wenn der Herr Vize-Bürgermeister die eigene Arbeit schon preisen will, dann hätte er besser gesagt: „Wir von Fischamend Zuerst haben

  • die Wasser- und Kanalgebühren für alle Fischamender angehoben und damit dafür gesorgt, dass vom Nettolohn noch weniger übrig bleibt.
  • die Friedhofsgebühr verdoppelt und damit vielen Pensionisten ein großes Loch in die Tasche gerissen.
  • durch eine chaotische Bauplanung ein ganzes Jahr an der Enzersdorferstraße herumgepfuscht und die Fischamender dabei teilweise an den Rand der Verzweiflung gebracht.“

Das haben wir definitiv aber nie gefordert!

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Renate Strauss